Umschuldung – Rettung und Zinsersparnis


geldscheineDer Begriff der Umschuldung ist zu unrecht negativ behaftet. Das liegt daran, dass in ihm das Wort „Schuld“ enthalten ist. Schulden zu haben ist auch eine negative Sache. Jedoch sollte gut unterschieden werden zwischen Schulden und Verbindlichkeiten.

Umschulden von Verbindlichkeiten

Es ist eine gängige Praxis, dass der Verbraucher teure Kredite gegen günstige ersetzt. Das bedeutet, dass er bei einem Kreditgeber einen zinsgünstigen Kredit erhält und mit dem ausgezahlten Geld den älteren und teureren Kredit vorzeitig ablöst. So wird zum Beispiel in der Tilgungsphase einer Immobilienfinanzierung mehrfach umgeschuldet. Parallel zur normalen Ratenzahlung wird in einem Bausparvertrag oder ähnlichem Modell Geld angespart. Nach einer bestimmten Laufzeit kann ein sehr günstiges Bauspardarlehen erteilt werden um die Restfinanzierung des Hauses abzulösen oder zu verkleinern. Dies spart in der Regel viele Tausend Euro. Nach dem gleichen Prinzip können auch normale Privatkredite vorzeitig ausgelöst werden. Von einer Umschuldung kann jedoch nur dann die Rede sein, wenn für die Ablösung des einen Kredites ein neuer aufgenommen wird.

Schuldentilgung durch Umschuldungskredit

Sehr oft kommt es leider auch vor, dass die Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden können. In diesem Fall werden aus den Verbindlichkeiten Schulden. Schulden zu haben ist für viele Menschen der schlimmste Albtraum, den es geben kann. Und leider viel zu häufig sind die Menschen überschuldet. Dann drohen gerichtliche Mahnverfahren, Gerichtsvollzieher, Zangsvollstreckungen oder gar die Insolvenz.
Um diese Unannehmlichkeiten abzuwenden, kann ein Geldgeber, egal ob privat oder Bank, einen Umschuldungskredit zur Verfügung stellen. Das ermöglicht sehr gute Verhandlungen mit den Gläubigern. Die Chancen auf einen außergerichtlichen Vergleich steigen sehr stark. Hat man sich dann mit den Gläubigern geeinigt, werden mit dem Umschuldungskredit die Schulden ausgeglichen und der Verbraucher hat wieder nur Verbindlichkeiten. Sehr wichtig ist, dass kein Gläubiger vergessen wird.
Diese Umschuldungskredite bergen aber auch ein hohes Risiko. Da eine erhöhte Wahrscheinlichkeit des Zahlungsausfalls besteht, lassen sich Kreditgeber dieses Risiko teuer bezahlen. Zinsen nahe der 10 Prozent oder gar darüber sind keine Seltenheit. Dennoch hat man es nur mit einem Geschäftspartner zu tun und erspart sich sehr hohe Vollstreckungskosten.

Die Umschuldung ist also in vielen Fällen ein probates Mittel um sich einerseits Geld und andererseits Unannehmlichkeiten mit Gläubigern zu ersparen. In beiden Fällen ist eine sehr intensive Kosten-Nutzen-Rechnung unbedingt erforderlich.

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